NABU - Gruppe Ammersbek e.V.


Stunde der Wintervögel

Eine Stunde Spaß und Forschung

Im vergangenen Jahr haben sich 122.000 Menschen an der Stunde der Wintervögel beteiligt und ihre Zählung eingeschickt. Solch eine große Menge an Daten liefert eine gute Grundlage für Entwicklungstrends. 2025 gab es beispielsweise 18 Prozent weniger Amselmeldungen, der Rückgang war Folge des Usutu-Virus. Auch Feld- und Haussperlinge wurden deutlich weniger gemeldet und tatsächlich gibt es einen dramatischen Einbruch der Bestände dieser ehemals sehr häufigen Vögel.

Haussperlinge finden in Neubauten und sanierten Häusern als Höhlenbrüter immer weniger Nischen, und der Rückgang der Insekten macht ihnen zu schaffen, denn die Jungen brauchen Proteine, um groß zu werden. Außerdem gibt es jedes Jahr weniger lebende Hecken. Gartenbesitzer wollen Arbeit sparen und errichten Metall-, Holz-, oder Plastikzäune. Zum großen Nachteil für den Spatz, denn er braucht Hecken als Versammlungsort, als Sammel- und Schlafplatz. Früher ging man oft an Hecken vorbei, aus denen laut das vielstimmige Spatzengetschilpe ertönte, heute ist das selten.

Über die Ursachen für den Rückgang der Feldsperlinge, der schon seit rund 50 Jahren anhält, rätseln die Vogelforscher jedoch noch immer. Der Verband der Deutschen Avifaunisten rief deshalb im vergangenen Sommer dazu auf, verstorbene Feldsperlinge einzusenden.

Um langfristig zu sehen, ob sich eine Vogelart erholt oder ob eine andere abnimmt, ist die Stunde Wintervögel (und im Sommer die der Gartenvögel) eine hilfreiche Sache. Außerdem entdeckt man einiges, wenn man sich einfach einmal eine Stunde Zeit nimmt für Vogelbeochtungen, und meditativ ist es auch. Auf dem Balkon, im Garten, am Bahndamm, im Park, in den Bäumen, die man vom Fenster sieht, überall gibt es Orte, die man beobachten kann. Dabei schreibt man immer nur die höchste Anzahl der Vogelart, die gleichzeitig zu sehen ist. Sieht man 3 Amseln und zwanzig Minuten später noch einmal zwei, dann bleiben es drei, denn es könnten ja dieselben Tiere sein, die schon einmal zu sehen waren.

Es lohnt sich auch, nicht nur in Bäume zu schauen oder an Meisenknödel, wo sich Buntspechte gerne bedienen, sondern auch auf den Rasen, vielleicht labt sich dort ein Grünspecht an seiner Lieblingsspeise: Ameisen, die er mit dem Schnabel ausgräbt.

 

So kann man mitmachen: Stunde der Wintervögel 2026

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