Entwicklung des NSG Heidkoppelmoor
In wenigen Jahren der Betreuung durch den NABU Ammersbek hat sich das Naturschutzgebiet ökologisch beachtlich entwickelt. Befördert wurde dies u.a. durch:
- Stauanlage zur Wasserhaltung im Kesselmoor
- Stauanlage zur Wasserstandshaltung im Kranichteich
- 2011 "Renovierung" und Vergrößerung des Heideweihers
- 2015 Neuanlage eines Tümpels in der Nähe des Heideweihers für Amphibien, die sporadisch trockenfallende Stillgewässer benötigen
- Hamburger Waldanteile: ökologischen Waldumbau durch die Volksdorfer Försterei und seine Fortsetzung , Ammersbeker Waldanteile: kritische Begleitung der Bewirtschaftungsmaßnahmen
- Beweidung der Wiesen durch Bio-Rinder in extensiver Haltung ( Bedeutung von Grünland )
- 2020 Neuanlage eines Teiches auf einer sonnigen Feuchtwiese ("Lehmweiher")
- Arbeitseinsätze: Mahd von Hochstaudenfluren, Eindämmung von Indischem Springkraut und Amerikanischer Traubenkirsche; Entkusseln von Birken im Moorkern
- 2025 Neuanlage eines weiteren Teiches mit flachen Ufern
Intensives Monitoring führte zu Neuentdeckungen von Pflanzen und Tieren. Einzelne Arten wanderten duch die positive Entwicklung wieder/neu ein, so beispielsweise Kammmolch, Knoblauchkröte, Rohrweihe, Waldwasserläufer, Glänzende Binsenjungfer, Große Moosjungfer. Letzter ist ein stark gefährdete Libellenart und als Anhang II + IV nach der FFH Richtlinie streng geschützt. Es gibt ein landesweites Monitoring dieser früher sehr seltenen Moorart.
Große Moorjungfer ©Th.Behrends
Die Anzahl im NSG nachgewiesener Pflanzenarten betrug 2020 321 Arten (2015: 308; 2014: 305; 2010: 210 Arten). Die Vorkommen der Rote Liste Arten (51 Arten 2020, gegenüber 36 Arten 2015 nach RL SH) sind weitgehend stabil, (bzw. steigen nur relativ an aufgrund von Zunahme bedrohter Arten ), wenngleich eine ganze Reihe von Arten sehr selten oder nur in Einzelexemplaren vorhanden sind.Dies betrifft vor allem die Arten ehemaliger Heideflächen (Englischer Ginster, Besenheide, Glockenheide), die nur reliktäre Vorkommen in Saumbiotopen aufweisen.Der weitaus größte Teil der Arten wächst auf der Borstgraswiese , ihr Erhalt ist abhängig von einer sensiblen Bewirtschaftung. Auf Mulchen oder ausfallende Mahd reagieren sie sehr empfindlich.
In den vergangenen Jahren wurde mehrere Arten der Rote Liste 1 oder 2 Kategorie im NSG nachgewiesen. Die meisten Vorkommen sind stabil. Das trifft u.a. auf die bundesweit sehr seltenen Arten wie den Rüsselkäfer Nanophyes globulus (an Peplis portula gebunden) und den Blauen Blattkäfer Oulema septentrionis zu. Letzterer hat hier sein zweites Vorkommen in ganz Norddeutschland und sein einziges in Schleswig-Holstein. Das Vorkommen ist aufgrund des überregionalen (europaweiten) Rückgangs der Art von besonderer Bedeutung. Der Schutz der Population stellt eine hohe Verantwortung dar und hat erste Priorität. Auch mit dem Käfer Nanomimus circumscriptus gab es einen Erstfund für Schleswig-Holstein im NSG Heidkoppelmoor.
Wer die Einzelheiten nachlesen möchte, kann sich die
Entwicklungsberichte und Artenlisten
herunterladen.
